Kabel stinken

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. 4Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war Ähh Halt! Falscher Feiertag!
Aber auch zu Ostern sieht die Sache nicht anders aus. Die Schüler haben Ferien, die Studenten Semesterferien, Leute fliegen in den Urlaub, diverse Verwandtenbesuche von der Oma bis zur Tante sind Pflicht. Passend zu Karfreitag sind auch sämtliche Züge wieder überfüllt.
Also rein ins Vergnügen! Die Fahrt lässt sich ja problemlos überstehen, wir haben ja unsere Handhelds. Auf dem Nintendo DS darf Phoenix Wright gerade den dritten Fall seines dritten Teiles lösen und auf der Playstation Portable gibt es ein schönes, kleines und unglaublich gutes Spiel namens Cave Story. Also rein in den Koffer und los!
Aber Halt! Da die aktuellen Handhelds nicht die ideale Batterielaufzeit haben und es das fieseste ist, wenn die Batterie an der spannensten Stelle aufgibt, packt man natürlich auch die Ladekabel ein. Also einmal in der Schublade wühlen und das DS und das PSP-Ladekabel suchen. Der Laptop darf natürlich auch nicht fehlen. Und auch der hält nur ca. 4-5 Stunden durch. Also noch ein Ladekabel. Wir sind noch nicht fertig – da gammelt natürlich noch das Handy in der Hosentasche rum, das auch keine zwei Wochen ohne Strom aushält. Also wandern insgesamt vier Ladekabel in den Koffer. Zum Glück habe ich keinen iPod, sonst könnte ich noch ein Kabel einpacken.
Aber auch schon vier Kabel sind drei zuviel. Sie nehmen Platz weg, haben die unangenehme Eigenschaft, sich ständig zu verknoten und wenn man sie dann am Ferienort vergisst, ist das schöne teure Gadget erstmal nur ein teurer Briefbeschwerer. Auch auf längeren Campingtrips rächt es sich, dass moderne Geräte am Strom hängen wie Junkies an der Nadel. Früher hat es gereicht, einfach am Kiosk oder im Supermarkt ein Pack Batterien für den Gameboy zu kaufen, um weiter zocken zu können. Heute benötigt man zwingend eine Steckdose.

Wieso können die Hersteller sich nicht auf einen Standard einigen? Ein Ladekabel, das an mehreren Geräten funktioniert, egal von welchem Hersteller. Handy, Handheld und MP3-Player, alles in einem. Dann muss man auf Reisen nur ein Kabel mitnehmen und da man mit jedem Gerät eins bekommt, kann man auch mal eins bei den Eltern liegen lassen oder bei der Arbeit. Und irgendwer hat dann immer eins zur Hand.
Die Gründe dafür sind natürlich klar: Es ist einfacher, sein Gerät einfach zu entwickeln anstatt irgendwelche Standards zu vereinbaren und sich daran zu halten. Und es ist natürlich auch ein gutes Geschäft – schließlich gibt es Leute, die sich die ganzen Autoladekabel, Ersatzbatterien usw. kaufen. Und beispielsweise Apple verdient gut an den proprietär Anschlüssen des iPods – immerhin müssen alle Hersteller, die Zubehör anbieten, Lizenzgebühren abdrücken. Trotzdem – Kundenfeindlich ist so ein Verhalten schon. Ich will nicht vier Kabel mit mir rumschleppen müssen.

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