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Wo steht eigentlich der Handheld-Markt Ende 2019?

Das Jahresende nähert sich und ich habe dieses Blog in den letzten Monaten etwas vernachlässigt. Zeit für eine kleine Bestandsaufnahme: Wie sieht eigentlich der Handheld-Markt Ende 2019 aus?
Der neue, alte Platzhirsch ist und bleibt Nintendo. Der 3DS verkauft sich immer noch gut, ist aber eindeutig am Ende seiner Produktlebenszeit angelangt. Die Switch erfreut sich einiger Beliebtheit. Sie hat sogar mittlerweile die Verbreitung erlangt, dass man eigentlich in jedem ICE jemanden damit spielen sieht und hier boomt der Spielemarkt.
Danach ist dann erstmal Ebbe: Sonys Engagement auf dem Handheldmarkt ist zum Erliegen gekommen. Nach dem großen Erfolg der Playstation Portable und dem etwas weniger großen der Playstation Vita scheint hier vorerst nichts mehr geplant zu sein. Die PS Vita ist mittlerweile nicht mehr in den Geschäften vertreten und ein Nachfolger ist auch noch nicht angekündigt.
Die großen Handy-Hersteller haben aktuell auch ihre Experimente mit Gaming-Handys eingestellt. Geräte mit fest verbauten Buttons und Steuerkreuzen gibt es auf dem Markt praktisch nicht mehr. Wer mit Android oder iOS zocken will, ist entweder auf den Touchscreen angewiesen oder muss sich mit Bluetooth-Controllern behelfen. Das große Problem ist in diesem Bereich aber, dass die Spiele im Mobile Sektor von eher zweifelhafter Qualität sind: Entweder es handelt sich um Portierungen bekannter, älterer Games, die man nicht unbedingt auf dem Smartphone mit Touchscreen spielen will (Tomb Raider) oder aber um Free2Play-Microtransaction-Höllen, die versuchen, den Spielern mit der brutalen Effizienz eines Casinos das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es gibt zwar lobenswerte Ausnahmen, aber diese gehen im großen Brei gnadenlos unter. Wirklich exklusive Knüller wie auf dem 3DS findet man nicht.
Und dann gibt es einen ganz fleißige, rührige Szene an Hobbyisten, die ihre eigenen Handhelds auf den Markt bringen. Was damals mit dem GP2X und der Pandora mühsam begonnen hat, ist mittlerweile dank fortgeschrittener Technik recht problemlos möglich. Raspi, Arduino & Co. bieten günstige Chipsätze und Plattformen, aus denen sich mit überschaubarem Aufwand ein eigener Handheld entwickeln lässt. Auch die Fertigung von Gehäusen etc. ist mit 3D-Druck, aber vor allem durch günstigere Dienstleister in diesem Bereich recht erschwinglich geworden. Und so sind in der letzten Zeit über Kickstarter & Co. so einige Handhelds entstanden. Diese richten sich an Bastler und Programmierer und weniger an den Otto-Normal-Zocker – dafür überzeugen die Hobbyisten mit einer bislang kaum dagewesenen Kreativität im Hardwaredesign. Der GameShell ist ein modularer Handheld, bei dem sich einzelne Teile austauschen lassen. Der Aruboy ist mit seiner Größe im Scheckkartenformat interessant und der neue Gamebuino überzeugt mit dem Design in Holzoptik. Nur wirklich spielen wird wohl kaum einer mit ihnen.
Die chinesischen Hersteller haben hingegen das Interesse an Handhelds verloren. Die vor einigen Jahren boomenden androidbasierten Geräte verkaufen sich anscheinend nicht mehr so gut und hier gibt es kaum Nachschub. Einzig GPD hält noch die Stellung und hat einige interessante Geräte herausgebracht. Gerade der GPD Win mit Windows-Betriebssystem ist einer der wohl unterschätztesten Handhelds.
Ansonsten gibt es den gleichen Schrott in verschiedenen Gehäusen: Die NES-on-a-Chip-Geräte mit den üblichen raubkopierten und schlecht laufenden NES-Titeln gibt es in zig Varianten und gefühlt kommt jede Woche ein neues, uninteressantes Gerät auf den Markt. Mittlerweile ist zumindest bei mir das Verlangen Contra oder Super Mario Bros unterwegs zu spielen, recht klein geworden. Hier ist seit Jahren eindeutig der Schub zur nächsten Gerätegeneration überfällig – warum nicht mal ein SNES-Handheld mit raubkopiertem Super Mario World? Oder der N64-Handheld mit raubkopiertem Super Mario 64? Oder gar ein Handheld mit raubkopierten Playstation 1-Titeln?
Auf diese Weise hat sich der Markt ausdifferenziert. Gerade da außer Nintendo anscheinend keiner mehr Interesse an Handhelds hat und kein Handyhersteller all-in gegangen ist, öffnen sich neue Möglichkeiten für kleinere Hersteller und Hobbyisten. 
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