Archive for the ‘Review’ Category

Puzzle Quest: Galactrix Review

Puzzle Quest – Challenge of the Warlords war eine der Überraschungen auf dem Nintendo DS. Eine clevere Kombination aus Rollenspiel und Puzzle sorgten für eine Menge Suchtpotenzial, viele Fans und einen Nachfolger. Ich habe mich wirklich auf das Spiel gefreut, stand am ersten Tag im Laden und … wurde böse enttäuscht.
Woran liegt’s? Es ist auf jeden Fall nicht das Kerngameplay, das trotz der Verlegung auf ein Hexagon-Grid immer noch Spaß macht. Es ist auch nur zum Teil das vollkommen einfallslose und sterile Science Fiction-Szenario mit abgedroschenen Megacorps, schlechten Dialogen und unkreativen Missionen. Da war auch der Vorgänger nicht viel besser.
Das wirkliche Problem von Galactrix ist, dass die Umsetzung auf den Nintendo DS komplett vermasselt wurde. Das fängt schon in den Menüs an: Hier ist das Spiel nicht nur träge, sondern legt ständig längere Speicherpausen ein, die den Spielfluss unglaublich stören. Und es gibt einen fiesen Bug bei der Erkennung der Touchscreeneingaben, der dazu führt, dass unser kleines Raumschiff fröhlich zum Nachbarplaneten oder sonstwohin fliegt anstatt das Planetenmenü aufzurufen. Es ist mir völlig unverständlich, wie ein so offensichtlicher und nerviger Bug es durch die Qualitätskontrolle geschafft hat.
Der Rollenspielpart ist damit trotz einiger netter Ideen eindeutig kein Kaufgrund. Doch im Puzzlemodus sieht es noch schlimmer aus: Zum einen hackelt das Spiel stark. Gerade wenn es zu Reaktionsketten kommt, bei denen eine gelöste Reihe weitere Steinkombinationen provoziert, geht das Spiel deutlich merklich in die Knie. Und wenn mehrere neue Steine von den Seiten erscheinen, dann ruckelt es auch. Dabei macht die Grafik keinen guten Eindruck: Das Spielfeld besteht halt aus den Spielsteinen, es gibt keine großartigen Spezialeffekte, sondern nur schlechte Programmierung. Das müsste der DS eigentlich problemlos reißen, denn andere Puzzlespiele fahren eindeutig mehr grafischen Schnickschnack auf.
Besonders nervig sind diese Hackler bei den Missionen unter Zeitdruck. Die Sprungtore, die man dauernd hacken muss, öffnen sich nämlich nur, wenn man eine bestimmte Anzahl von Steinen in einer bestimmten Frist abräumt – dummerweise läuft der Timer bei den hackelnden Animationen einfach weiter und gerade Mehrfachkombinationen klauen einem so viel Zeit, dass dadurch die Mission fehlschlagen kann. Zu allem Überfluss schließen sich die gehackten Sprungtore nach einer Zeit wieder und man kann immer wieder dieses blöde Minispiel absolvieren, nur um von A nach B zu kommen.
Damit ist eigentlich schon alles gesagt: Die handwerklichen Fehler schaffen es, sämtlichen Spielspaß zu töten. Es macht trotz einiger guter Ideen und der immer noch funktionierenden RPG-Puzzle-Kombination einfach keinen Spaß, sich mit ewigen Ladezeiten, dauernden Speicherorgien, ruckelnder Grafik und Touchscreen-Bugs rumzuschlagen.
Spart euch also das Geld und spielt lieber nochmal den erstklassigen Vorgänger durch.

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Phoenix Wright 3 – Trials and Tribulations

Es ist schön, wenn man ein Review mal kurz fassen kann: Wer bis jetzt noch kein Phoenix Wright-Spiel gezockt hat, sollte natürlich mit Teil 1 anfangen. Und jedem, der sich durch die ersten zwei Teile geschlagen hat, wird auch Teil 3 gefallen. Keine Neuerungen, einfach nur neue Fälle und die Story wird weitererzählt. Mir gefällt’s.

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Mario & Sonic at the Olympic Games

Eigentlich gehört an den Anfang jedes Berichtes zu Mario & Sonic die unglaublich spannende Geschichte, dass früher, damals auf dem Schulhof, im Konsolenkampf Nintendo vs. Sega, keiner es für möglich gehalten hätte, dass Mario und Sonic mal in einem Spiel zusammen auftreten würden. Und dass die Ankündigung von Mario & Sonic einen gewaltigen Schlag in die Magengrube darstellte, genauso wie damals als Knight Rider abgesetzt wurde.

Dummerweise habe ich als Kind aber lieber am C64 und PC gezockt. Giana Sisters, Turrican, Dune 2, Commander Keen, Doom und weitere waren  bei uns das Gesprächsthema und auf den Konsolen hat mich nur Super Mario World interessiert. Daher juckt es mich auch nicht, ob ein Klempner und ein Igel zusammen in einem Spiel auftreten.

Mario & Sonic at the Olympic Games ist, wie man unschwer erkennen kann, ein Sportspiel. Dummerweise aber kein gutes.

Das erste Problem ist, dass es sich um ein Spiel zu den olympischen Spielen handelt. Die sind, gerade da sie in China stattfinden, eh eine Sauerei, aber das größere Problem ist, dass die olympischen Sportarten stinklangweilig und öde sind. 100m-Lauf? Weitsprung? Schwimmen? Die hab ich schon in der Schule gehasst und auch auf dem DS kommt kein Spaß auf. Bei den Laufdisziplinen muss man halbwegs rhythmisch den Stylus über den Touchscreen kratzen lassen – als Spielkonzept funktioniert das nicht. Auf der Wii, als Partyspiel ist rumwackeln ja noch ok, aber auf dem DS macht es keine Laune.

Auch die anderen Sportarten sind entweder murks oder schlecht umgesetzt. Beim Tischtennis funktioniert die Steuerung nicht, Bogen- und Tontaubenschießen sind unmotivierender als die Moorhuhnjagd, Trampolin ist simples Strichezeichnen, Fechten macht keinen Spaß und auch Radfahren und Hammerwerfen überzeugen nicht.

Dazu kommt noch die maue 3D-Grafik. Der DS kann kein ordentliches 3D und daher sollte man als Entwickler versuchen, das zu vertuschen und einem nicht mit ständigen Wiederholungen unter die Nase reiben. Wenn wir schon bei Wiederholungen sind, die sind auch so ein Problem. Starten wir eine Disziplin, kriegen wir zuerst einen kleinen Vorspann. Dann dürfen wir irgendwas machen wie einen Pfeil auf eine Zielscheibe abschießen. Dann ärgert der Charakter sich oder freut sich. Und dann kommt nochmal eine Wiederholung. Gähn! Wie gesagt, am Wii, im Multiplayer, ist das in Ordnung. Aber auf dem DS nicht.

Daher Pfoten weg von Mario & Sonic.

Puzzle Quest – Challenge of the Warlords

Eine Mischung aus einem Puzzlespiel und einem ausgewachsenen Rollenspiel? Was sich auf den ersten Blick sehr merkwürdig anhört, wirkt auf den zweiten aber doch interessant. Aber funktioniert das auch in der Praxis?

Puzzle
Puzzle Quest – Challenge of the Warlords greift das schon aus Zookeeper und Bejeweled (und zahllosen Klonen) bekannte Spielprinzip auf, verfeinert es aber enorm. Es geht im Prinzip darum, auf einem Spielfeld mit 8×8 Feldern jeweils drei passende Steine nebeneinander zu bringen. Die verschwinden, die drüberliegenden Steine fallen runter und so weiter. Eines der wohl bekanntesten Puzzlespielprinzipien. Puzzle Quest peppt das ganze mit zwei Tricks auf:
Zuerst spielt man nicht alleine gegen die Zeit, sondern gegen einen Gegner. Gezogen wird immer abwechselnd und es gilt den Gegner zu besiegen. Und zum anderen haben die unterschiedlichen Steine auch unterschiedliche Eigenschaften. Mit Totenschädeln kann man dem Gegner direkt Schaden zufügen, rote, gelbe, blaue und grüne Steine füllen das entsprechende Mana auf, Erfahrungssteine und Geldsteine machen genau das, was deren Name einen vermuten lässt.
Mit dem Mana kann man diverse Zaubersprüche ausführen, die dann entweder dem Gegner Schaden zuführen, das Spielfeld umwälzen, die eigenen Stats erhöhen und so weiter.
Dadurch bekommt das an und für sich simple Gameplay eine taktische Komponente: Hol ich mir jetzt das rote Mana, das ich für den mächtigen Angriffsspruch noch brauche? Oder heile ich mich vorher sicherheitshalber erstmal? Oder doch etwas anderes? Und wie schaffe ich das so, dass der Gegner in der nächsten Runde keinen Vorteil bekommt? Verschärft wird das ganze dadurch, dass man einen Extrazug bekommt, wenn man vier oder mehr Steine mit einem Zug abräumt. Nimmt man also den Extrazug mit, verhindert dadurch aber die Möglichkeit, den Gegner mit Totenschädeln direkt anzugreifen?
Besonders mächtig sind die Zaubersprüche. Mit dem passenden Spruch kann man dem Gegner nicht nur Schaden zufügen, sondern auch z.B. alle blauen Steine in gelbe verwandeln oder die eigenen Fähigkeiten verbessern, den Gegner eine oder mehrere Runden zum Aussetzen zwingen oder sich selbst heilen. Ohne den passenden Einsatz von Zaubersprüchen sind Kämpfe nur sehr schwer zu gewinnen.
Gleichzeitig gibt es neben der ganzen Taktik aber auch einen gehöhrigen Glücksfaktor – der Ausgang eines Spiels und vor allem die Möglichkeiten für den nächsten Zug des Gegners hängen natürlich auch davon ab, welche Steine von oben nachfallen. Und genau die sieht man nicht. Daher ist es auch sinnvoll, dass das Spiel Verlieren nicht bestraft – man darf gesammelte Erfahrung und Gold behalten und sich dann gleich nochmal in den Kampf stürzen.
Um es kurz zu sagen: Der Kampfmodus bietet neben dem einfachen Puzzlen eine Menge taktischer Mögichkeiten und er macht wirklich Spaß. Er frißt sich sogar so dermaßen ins Gehirn, dass man nach dem Abschalten des DS geistig immer noch bunte Steinchen verschiebt – ein Gütesiegel für Puzzlespiele.

Quest
Was Puzzle Quest aber wirklich von anderen Puzzlespielen abhebt, ist der Storymodus. Zwar bieten auch andere Puzzlespiele eine Hintergrundgeschichte, aber meistens ist deren inhaltliches Niveau nicht gerade hoch. („Die Tiere im Zoo rebellieren! Bring sie wieder in Ordnung!“ – Zookeeper oder „Böse Dinger greifen Planeten an“ – Meteos).
Puzzle Quest bietet im Gegensatz dazu einen ausgefeilten Abenteuermodus mit Rollenspielelementen, der es wirklich in sich hat. Unter der Haube steckt nämlich ein ausgewachsenes Rollenspiel mit einigen Möglichkeiten. Ganz genretypisch sammelt man durch die Kämpfe und das absolvieren diverser Quests Erfahrungspunkte, steigt Level auf und die sieben verschiedenen Statuswerte steigern. Seinen Charakter kann man aus vier Klassen wählen, die jeweils unterschiedliche Zaubersprüche zur Verfügung haben.
Es gibt auch jede Menge Ausrüstungsgegenstände, von denen man insgesamt vier verschiedene tragen kann und die die Statuswerte verbessern. So kann ein Ring die Resistenz gegen einen bestimmten Magietyp erhöhen, eine Rüstung Schaden mindern oder eine mächtige Waffe macht Extraschaden.

Die Geschichte weiß auch zu gefallen – im Königreich Bartonia tauchen immer mehr Untote auf und die Monarchin schickt einen Helden los, um diese Bedrohung zu untersuchen – und genau den spielen wir. Nach und nach erkundet man immer größere Teile der Landkarte und erfährt immer mehr über die finsteren Hintergründe der Untoteninvasion. Bis zum Ende dauert es aber einige Zeit.

Auch neben der Hauptquest gibt es einiges zu tun. Da sind natürlich die vielen Nebenquests, die einem nützliche Gegenstände, Erfahrung oder Geld bringen können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich ein eigenes, kleines Imperium zu erobern. Jede Stadt im Spiel kann belagert werden und zahlt dann regelmäßig Tribute. Oder man kann Monster einfangen und ihnen in einem weiteren kleinen Puzzlespielchen Zaubersprüche entlocken. Oder man kann sich Reittiere fangen und trainieren.

Die Kombination aus spannendem Puzzlemodus und einer Fantasygeschichte wirkt ungemein motivierend. Man puzzelt nicht einfach so, aus Langeweile oder gegen den Highscore, sondern man absolviert Quests, erobert Städte oder sammelt einfach Gold, um neue Ausrüstung zu sammeln. Oder man stößt in ganz neue Bereiche der Landkarte vor. Und so reiht sich dann ein Spielchen an das nächste und schon wieder hat man viel zu viel Zeit verzockt.
Puzzle Quest entfaltet einen enormen Suchtfaktor, der eigentlich erst endet, wenn man das Spiel durch hat. Und selbst dann gibt es noch einige Nebenquests zu erledigen, ein paar Städte zu erobern oder weitere Monster zu fangen. Im Instant Action-Modus kann man dann auch sofort gegen seinen Wunschgegner zu Felde ziehen.

Grafik
Grafisch macht Puzzle Quest eine gute Figur. Das ganze Spiel ist in 2D gehalten und nervt daher nicht durch schlechte 3D-Sequenzen. Wie schon ein kurzer Blick auf die Screenshots verrät, finden die Kämpfe auf einem recht schlicht gehaltenen Spielfeld statt. Dadurch wird man aber wenigstens nicht von unnötigen Effekten beim Puzzlen gestört. Die Geschichte wird in Textform erzählt in Verbindung mit gezeichneten Bildern der Gesprächspartner.
Einen Lob verdient sich die DS-Version des Spiels für die sinnvolle Nutzung des zweiten Bildschirms. Während man unten kämpft, hat man oben immer die Lebensanzeige, Manawerte und weiteres im Blick.

Sound
Die Hintergrundmusik schneidet nicht ganz so gut ab – das eingespielte, typische Fantasylied in Midiqualität ist zwar nicht wirklich schlecht, nervt aber irgendwann doch. Dafür sind die Soundeffekte ordentlich gelungen und bieten eine ordentliche akustische Untermalung des Geschehens.

Steuerung
Gesteuert wird das ganze Spiel mit dem Stylus. Die Steuerung funktioniert auch problemlos und ohne Mucken. Gerade während der Kämpfe ist diese Variante definitiv besser als andere Steuerungsvarianten mit D-Pads & Co. Kurz gesagt: Die Steuerung funktioniert ohne Mucken, macht, was man ihr sagt.

Multiplayer
Zwei Spieler können sich im Multiplayer bekriegen. Dabei werden die Helden verwendet, die auch im Storymodus benutzt werden, inklusive der Ausrüstung. Praktischerweise gibt es auch eine Handicap-Funktion, die verhindert, dass stärkere Helden schwächere sofort plattmachen. Es lassen sich auch Zeitlimits für die Züge einstellen, die einem Spieler nur wenige Sekunden für die richtige (und natürlich auch übereilte) Entscheidung lassen.

Fazit
Puzzle Quest ist eine der Überraschungen für den Nintendo DS. Es kommt aus dem Nichts, keiner hatte es auf seiner Rechnung und ist eines der bislang besten Puzzlespiele für Nintendos Doppelbildschirm. Das eigentlich simple Gameplay macht in der Kombination mit den Storyelementen schnell süchtig und es ist schwer, wieder von dem Spiel loszukommen – selbst wenn man den DS ausschaltet, hat man die bunten Steine immer noch vor Augen. Durch die lange Story und die vielen Möglichkeiten ist auch die Langzeitmotivation gesichert.
Es gibt übrigens auch eine PC-Version mit einer <a href=“http://downloads.gamezone.com/demos/d18353.htm“>Demo</a&gt;. Daher können interessierte Spieler das Spiel auch erstmal antesten, bevor sie es kaufen.